Stolpersteine

Zur Vorbereitung auf das Symposium bitten wir darum, dass jede/r TeilnehmerIn bei der Anmeldung  einen  „Stolperstein“,  eine  besondere  Herausforderung beim  Lernen  des eigenen  Faches,  benennt  und  Vermutungen  über  mögliche  Ursachen für  diese Lernschwierigkeiten formuliert.  Meldung von Stolpersteinen bitte an: robert.schelander@univie.ac.at.

Beispiele für Stolpersteine, welche schon von TN genannt wurden.

Mathematik

Stolperstein: Der Aufbau von konzeptionellen Wissen gelingt bei vielen SuS nicht, sondern es bleibt beim prozeduralen Nachvollziehen von Rechenwegen (oft ohne Verständnis, was man macht).

Vermutung:  SuS bekommen "Stoff meist in kleine Portionen" fix fertig serviert und haben zu wenig Gelegenheit Inhalte und Zusammenhänge selbst zu entdecken.

Die kognitive Fähigkeiten der SuS sind sehr differenziert, manche verstehen es einfach nicht oder setzen sich mit dem Inhalt zu wenig intensiv auseinander, denn auch im eigenen Unterricht, wo man glaubt auf das Verstehen großen Wert zu legen, sieht man bei Prüfungen, dass die Studierenden Antworten rein prozedural ohne Verständnis geben.

Chemie

Stolperstein: Vermischung der Phänomenebene (Stoffebene) und der Teilchenebene (submikroskopische Ebene) bei der Erklärung von chemischen Vorgängen

Mögliche Ursachen: unklare Sprache und unklare Art der Darstellung durch Lehrende und in Unterrichtsmaterial (Bücher, Arbeitsblätter, Internetforen etc.); fehlendes Bewusstsein für die Problematik bei Lehrenden; zu wenig explizite Lerngelegenheiten; kognitive Entwicklung der Lernenden – Abstraktionsfähigkeit – Denken in Modellen; …

Stolperstein:  Beim Thema „Säuren & Basen“ Vermischung des Arrheniusmodells mit dem Brønstedmodell mit dem Ergebnis

Mögliche Ursachen: Laborjargon in der universitären Ausbildung; Hybridmodelle in Lehrmaterialien und in Vorstellungen der Lehrenden; fehlendes Bewusstsein für die Problematik bei Lehrenden; unklare Sprache und unklare Art der Darstellung durch Lehrende; …

 

Ernährung

Stolperstein: In der (öffentlichen) Ernährungskommunikation existiert ein fröhliches Durcheinander von lebensmittelbasierten und/oder nährstoffbasierten Aussagen und Empfehlungen zur Bedarfsdeckung, deren Vielfalt die Pluralität der normsetzenden Instanzen (Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Umwelt, Wissenschaft, Technik, Recht, Religion  usw.) widerspiegelt. Das Anknüpfen neuer Wissensbestände an die bestehenden Präkonzepte, die Erweiterung der Denkstrukturen und damit das Generieren von Erkenntnissen im Sinne von Bildung wird durch die Alltagspragmatik des Lernens in Ernährung zur besonderen Herausforderung.

Mögliche Ursachen für diese Lernschwierigkeiten: Mögliche Ursache für Lernschwierigkeiten sind ein nicht explizit nachvollziehbar dargelegter Wechsel

a) der Denkebenen (Aufbau der Materie, Stoff-Teilchen-Konzept, usw.)

und/oder

b) der Aussagearten (deskriptive, präskriptiv, normativ) beim Erwerb von Sach- und Orientierungswissen

und/oder

c) die Vermischung von Ansprüchen an Lernprozesse, Bildungsprozesse und Kompetenzentwicklung bei der Zielbestimmung von Fachunterricht in Ernährung.